Archiv des Autors: Rosemarie

Wunderbar

Bald ist Weihnachten. Fast täglich verschicke ich durch Postcrossing Karten in die ganze Welt. Ich habe selber auch schon viele schöne Weihnachtskarten bekommen und bin daran, eine Wand im Treppenhaus damit zu dekorieren. Eine wunderbare Überraschung habe ich auch erlebt, als mir eine liebe Bekannte einen Adventskalender mit 24 Couverts überreicht hat. Wie freue ich mich, jeden Tag ein Couvert zu öffnen! Ich liebe Adventskalender und ich liebe Engel. Ein neuer Engel, den ich im Fundus gekauft habe, schaut durch unser Küchenfenster herein.

Die Zeiteinteilung ist immer noch meine grösste Herausforderung seit meiner Pensionierung. Ich schaffe nicht alles, was ich gerne möchte. Erstaunlicherweise mache ich aber Hausarbeit viel lieber als auch schon. Ich bin sehr dankbar, dass wir so schön wohnen dürfen mit einer solch wunderbaren Umgebung. Ich möchte auch nicht mehr herumstressen, um andere zu beeindrucken mit Dingen, die ich gar nicht will. Ich habe schon Tricks zur Zeitersparnis herausgefunden. Ich stricke und lese sehr gerne. Mit Hörbüchern lässt sich beides kombinieren. Ich habe mir ein Hörbuch aus der Bibliothek ausgeliehen: «Altes Land» von Dörte Hansen, gelesen von der Schauspielerin Hannelore Hoger. Es ist unglaublich spannend und sehr zu empfehlen. Das Buch spielt in Norddeutschland und es werden verschiedene Lebensgeschichten zusammen verwoben. Es braucht schon Konzentration, um alles zu verstehen. Jetzt höre ich das neue Buch von ihr «Mittagsstunde», dass auch mit viel Einfühlungsvermögen geschrieben ist. Die Socken für Christian sind schon fertig geworden.

Tief berührt hat mich auch das ganz neue Buch von Lotti Latrous «Was war. Was ist. Was zählt. Mein etwas verrücktes Leben». Sie hat dieses Buch selber geschrieben, nachdem ihre Verlegerin und Freundin Gabriella Baumann-von Arx vom Wörterseh-Verlag drei Bücher über die Arbeit von Lotti Latrous in Abidjan mit aidskranken Menschen geschrieben hat. Ich habe die beiden Freundinnen in Aarau persönlich gesehen und natürlich eine Signatur bekommen. Auch in Aarau gehört und gesehen habe ich Milena Moser mit ihrem neuen Buch «Das schöne Leben der Toten: Vom unbeschwerten Umgang mit dem Ende». Irgendwie haben diese beiden Bücher gewisse Parallelen. Milena Moser beschreibt die mexikanische Kultur ihres Freundes und Künstler Victor-Mario Zaballa, der selber sehr krank ist, das Leben aber jeden Tag feiert. Im Unterschied zur europäischen Kultur ist in der mexikanischen der Tod immer präsent und wird nicht tabuisiert.

Also leben wir unser Leben ganz bewusst in jedem Moment. Verbringen wir nicht unsere Zeit damit, irgendwelchen Zielen und Erwartungen nachzurennen. Verwirklichen wir unsere spontanen Ideen – vor allem auch in der Weihnachtszeit. Wenn ich die letzten zwölf Monate an mir vorbeiziehen lasse, fallen mir viele wunderbare Momente ein, die ich mit vielen wunderbaren Menschen verbracht habe. Ich danke euch allen, dass es euch gibt. Ich freue mich auf das neue Jahr mit all seinen Möglichkeiten. Ganz sicher werde ich auch wieder Ausstellungen besuchen und auch einige von euch treffen. Ab 26. Januar 2020 gibt es eine Ausstellung von Edward Hopper in der Fondation Beyeler in Riehen und vom 3. bis 8. März 2020 «Blumen für die Kunst» im Aargauer Kunsthaus in Aarau. Ich bin auch wieder gespannt auf eure Ideen.

Frohe Festtage und ein gutes neues Jahr euch allen!