In Hülle und Fülle

Wer hätte das gedacht, dass wir heute Nachmittag kurzärmlig draussen sitzen können. Die Wettervorhersage war nämlich regnerisch und kühl. Doch bei wechselhaftem Wetter kann sich immer wieder alles ändern und so geniessen wir die warme Sonne. Zum Mittagessen hatten wir Besuch, und ich konnte noch Bohnen aus dem Garten ernten und kochen. Es gibt ja nichts Besseres als Gemüse aus dem eigenen Garten. Dieses Jahr hatte ich auch zwei Auberginen Setzlinge gekauft. Ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal wie gross diese Setzlinge werden. Sie werden riesig und es gibt Auberginen in Hülle und Fülle. So ein Garten und überhaupt die Natur ist doch einfach hochspannend und abenteuerlich. Ich war kürzlich auch im Botanischen Garten in Zürich, wo man kostenlos einfach geniessen und Pflanzen genauestens studieren kann. Es gibt zum Beispiel auch einen Heilpflanzenweg, den ich besonders interessant fand.

Meine grösste Leidenschaft seit der Pensionierung ist und bleibt Postkarten schreiben in die ganze Welt. Natürlich schreibe ich auch mit Begeisterung über den Garten. Natur allgemein ist wahrscheinlich das beliebteste Thema bei allen Postcrossern. Ich werde bald am zweiten Schweizer-Postcrossing-Treffen in diesem Jahr teilnehmen. Am 1. Oktober 2019 wird die Postkarte 150 Jahre alt und wir möchten das zusammen feiern.

Der Kurzgeschichtenkurs mit Sybil Schreiber habe ich letzten Freitag mit anderen zusammen in Zurzach feierlich abgeschlossen. Leider kann ich noch nicht eine druckreife Kurzgeschichte vorweisen, aber ich habe viel gelernt und sehe ganz neue Möglichkeiten. Unter anderem habe ich auch zum ersten Mal einen Poetry Slam fabriziert und vorgetragen. Es handelt sich, wie könnte es anders sein, um Pensionierung und das Thema Haushalt, das bei den meisten Ehepaaren für heisse Köpfe sorgt. Ich werde mich weiterhin mit Poetry Slam befassen und möchte auch gern mal an einem Wettbewerb zuhören. Wer kennt sich da aus und könnte mich mal mitnehmen?

Ganz neu bin ich im Vorstand der Bibliothek Mellingen und schreibe Protokoll. Bei uns kann man auch E-Books ausleihen und ein Abonnement kostet 35 Franken. Gerne mache ich auf die Lesung und Plauderei mit Blanca Imboden am 22. Oktober 2019, 19.30 Uhr, aufmerksam. Wandern ist doof, Drei Frauen im Schnee, Matterhörner und andere Bücher habe ich schon von ihr gelesen. Sie recherchiert genau und war zum Beispiel in Teilzeit bei einer Seilbahn auf den Stoos tätig. Der Abend wird sicher sehr kurzweilig werden.

Ich lese auch immer noch sehr gerne. Das Buch von Lukas Linder, «Der Letzte meiner Art», kann ich sehr empfehlen. Es ist eigentlich furchtbar tragisch, aber gleichzeitig kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus. Alfred von Ärmel möchte ein Held werden. Er könnte wie sein Vorbild und Namensvetter, vierzig Franzosen erschlagen oder es gäbe noch andere Möglichkeiten, die aber alle misslingen. Es braucht eine gehörige Portion Leidenserfahrungen, bis er sich aus Überzeugung vom Heldentum verabschiedet.

Ich habe mich entschlossen, jeden Monat wieder einen Blog zu schreiben. Im Oktober werdet ihr also schon wieder beglückt. Ihr wisst ja, Pensionierte brauchen Strukturen, sonst lassen sich zu sehr treiben und können nie zu Heldinnen werden. Zum Glück gibt es den Humor. Ich wünsche euch jeden Tag viele Möglichkeiten, um zu lachen – und geniesst den bunten und goldenen Herbst.