Bunter Vogel

Heute regnet es. Ich sitze in meinem Büro, zuoberst im Haus, mit schrägen Wänden. Der Regen trommelt gegen die Dachfenster. Ein sanfter Rhythmus! Jetzt ist mir ein wenig kühl. Ich hole mir schnell meinen Faserpelz. Tapp, tapp, tapp, tapp.

Jetzt bin wieder da. Wie ist doch so eine Jacke kuschelig warm. Ich sehe viele Bäume, wenn ich zum Fenster rausschaue. Langsam werden sie bunt. Ich mag den Herbst, wenn er es bunt und übermütig treibt. Eigentlich bin ich auch ein bunter Vogel. Ich traue mich aber nicht immer, es zu sein. Aus der farbigen Intuition zu leben macht viel Freude. Das Leben ist ein Lied, sing es!

Rita Seiler-Perini hat sich auch einen bunten Traum erfüllt und führt mit anderen zusammen das Ladekafi Fundus an der Bahnhofstrasse 47 in Mellingen. Ich bin sehr gerne im Fundus. Es ist einfach so was von inspirierend, eine wohltuende Atmosphäre. Erstens ist die Einrichtung sehr originell und zweitens sind der Kaffee aus der italienischen Kaffeemaschine und der selbstgemachte Kuchen einfach sensationell. Das gesamte «Secondhand» Mobiliar, Geschirr, Bilder und Sachensächelchen können gekauft werden. Jeder Gegenstand hat eine Geschichte und jeder Besuch im Fundus wird zu einem neuen Erlebnis, weil es immer wieder anders ist.

Und jetzt kommt noch der Clou! Rita gibt auch anderen die Möglichkeit was zu verkaufen. Deshalb bin ich am Samstag 2. November 2019 von 10 bis 16 Uhr im Fundus mit Produkten aus Ghana von dem Strassenkinderprojekt Chance for Children, mit Batikstoffen, Altglasperlen, handgeschöpften Karten. Das Ladekafi Fundus ist nicht weit vom Bahnhof Mellingen-Heitersberg, direkte Zugverbindungen von Zürich und Aarau oder Postautoverbindungen von diversen Richtungen. Direkt vor dem Ladekafi gibt es auch eine kleine Strasse, die zu einem Kiesplatz führt. Da kann man auch sein Auto parken. Ich freue mich jetzt schon auf euren Besuch.

Eine weitere Veranstaltung im Fundus ist eine Lesung mit Sybil Schreiber am 14. November 2019 um 19 Uhr. Auf dem Flyer heisst es: «Die bekannte Kolumnistin liest aus ihrem Solo-Debüt von einsamen, sehnsüchtigen, schrägen und mordsstarken Figuren. Es geht aber auch um die Lust am Schreiben, die Faszination der Figuren und die Kraft der Sprache». Ich kann euch diese Lesung und eine Begegnung mit der energiesprühenden Sybil nur empfehlen.

Wenn ich wieder zum Fenster rausschaue und die Bäume sehe, fällt mir der Film «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes» ein. Leider habe ich nicht die Zeit gefunden, den Film schon am Zürcher Filmfestival zu sehen. Regisseur Niklaus Hilber sagt: «Bruno Mansers Geschichte ist heute, fast 20 Jahre nach seinem Verschwinden, so relevant wie noch nie». Hilber hat den Science Film Award bekommen. Es gibt jetzt schon Vorpremieren zu sehen. Ab November läuft der Film dann in den Kinos. Christian und ich haben uns schon vor Jahren die Tagebücher aus dem Regenwald von Bruno Manser gekauft. Wir haben diese Bücher in unserer Ferienwohnung und blättern immer wieder darin. Es ist faszinierend wie Manser das Leben im Regenwald beschrieben und gezeichnet hat.

Singen wir gemeinsam das Lied der Natur!